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zonebattler's homezone 2.1 - Merkwürdiges aus Fürth und der Welt


Mittwoch, 15. April 2009

Haupt­sa­che ge­sund!

zone­batt­ler
(auf sein Abend­essen schau­end) Wit­zig, der Lauch schaut aus wie Rha­bar­ber!

Bes­se­re Hälf­te
(un­ge­rührt) Das mag dar­an lie­gen, daß Dein »Lauch« Sel­le­rie ist.

zone­batt­ler
(löf­felt de­mü­tig sei­ne Sup­pe aus und schweigt stil­le)

Donnerstag, 2. April 2009

Man­ches muß raus!

Ich be­nei­de ja fast ein we­nig die Leu­te, die all’ ih­re über­zäh­li­gen Hab­se­lig­kei­ten un­ge­rührt in die Ton­ne tre­ten kön­nen: Im Nu sind sie den lä­sti­gen Bal­last und den Be­küm­me­rungs­auf­wand los! Un­ser­ei­nes macht sich frei­lich ein öko­lo­gi­sches Ge­wis­sen draus und will ei­ge­ne Über­be­stän­de nach Mög­lich­keit in gu­te Hän­de wei­ter­ver­mit­telt se­hen. Das geht lei­der nicht ganz so schnell wie das Weg­wer­fen, doch im­mer­hin (halb­wegs) be­quem vom hei­mi­schen Com­pu­ter aus: In den näch­sten Ta­gen wird des­halb hier in und aus mei­ner ho­me­zo­ne we­ni­ger ge­bloggt als viel­mehr ver­kloppt !

Donnerstag, 12. März 2009

Den Eu­ro um­ge­dreht (5):
Viel Koh­le für we­nig Kne­te

In des zonebattler’s viel­be­sun­ge­ner frän­ki­scher Kü­che ver­rich­tet ei­ne so­ge­nann­te Dunst­ab­zugs­hau­be ih­ren ge­räusch­vol­len Dienst. In Er­man­ge­lung ei­nes Ab­luft­schach­tes ar­bei­tet der aus­la­den­de Ap­pa­rat nur als Um­wälz­pum­pe, dies je­doch mit rei­ni­gen­der Wir­kung, saugt er doch den vom Her­de auf­stei­gen­den Dampf erst durch ei­ne Fil­ter­mat­te und so­dann durch ei­nen Ak­tiv­koh­le­fil­ter, be­vor er die da­nach weit­ge­hend ent­fet­te­te Luft wie­der durch Ge­häu­se­schlit­ze an der Ober­sei­te in den Raum ent­läßt: Bes­ser als nix.

Fil­ter­mat­te und Ak­tiv­koh­le­fil­ter sind spo­ra­disch zu wech­seln­de Ver­schleiß­tei­le, doch lie­ßen mich der nach­ge­ra­de aber­wit­zi­ge Preis des zweit­ge­nann­ten Er­satz­teils so­wie al­ters­be­ding­te [1] Be­schaf­fungs­pro­ble­me a) das Wech­sel­in­ter­vall zu­nächst groß­zü­gig strecken und dann b) nach ei­ner preis­wer­ten Al­ter­na­ti­ve su­chen...

Tat­säch­lich ist so ein run­der, mit­tels Ba­jo­nett­ver­schluß vor dem Lüf­ter­mo­tor an­ge­brach­ter Ak­tiv­koh­le­fil­ter nichts an­de­res als ein recht pri­mi­ti­ver, ge­schlos­se­ner Git­ter­netz­be­häl­ter aus Kunst­stoff mit ei­ner Fül­lung von et­wa 400 Gramm Ak­tiv­koh­le-Gra­nu­lat. [2] Am Ran­de des Tei­les fand sich ei­ne klei­ne Auf­steck­klap­pe, durch die der wirk­sa­me In­halt of­fen­bar bei Erst­be­fül­lung hin­ein­ge­langt war. Nichts spricht da­ge­gen, die ver­brauch­ten (sprich fett­ge­sät­tig­ten) Ak­tiv­koh­le­stäb­chen durch eben je­ne Öff­nung her­aus­zu­schüt­ten und den Fil­ter­korb so­dann mit Frisch­wa­re er­neut auf­zu­fül­len. Doch wo­her neh­men?

Der im Wort­sin­ne na­he­lie­gen­de Weg in den näch­sten Bau­markt er­wies sich als net­ter Ver­such: Zwar wä­re pas­sen­des Ak­tiv­koh­le-Gra­nu­lat als lo­se Wa­re durch­aus feil ge­we­sen (de­kla­riert als Fil­ter­ma­te­ri­al für Aqua­ri­en-Was­ser­pum­pen), doch wa­ren die Prei­se dort durch­aus ge­sal­zen (selbst bei Süß­was­ser-Zu­be­hör). Ei­nen zwei­stel­li­gen Be­trag für ein Pfund schwar­zer Ak­tiv­koh­le hin­zu­le­gen er­schien mir je­den­falls als al­le­mal un­an­ge­mes­sen.

Im Netz der Net­ze ging mir hin­ge­gen rasch ein for­mi­da­bler Fang in den ei­ge­nen Käs­cher: Für noch nicht ein­mal EUR 12 (inkl. Por­to) er­stand ich in der elek­tri­schen Bucht zwei 1 kg-Beu­tel des schwar­zen Fil­ter­fut­ters. Das reicht für fünf Fül­lun­gen zu je EUR 2,40 und vie­le Jah­re fri­scher Luft in der Kü­che. Zur Nach­ah­mung emp­foh­len: Die Prei­se von Ori­gi­nal-Fil­ter­pa­tro­nen sind so über­zo­gen wie die von Tin­ten­pa­tro­nen für den PC-Drucker!

 
[1] ge­meint ist das Al­ter des Mief­quirls, nicht das des Chro­ni­sten

[2] klei­ne Zy­lin­der von et­was 3–4 mm Duch­mes­ser und 5–7 mm Hö­he

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Dienstag, 3. März 2009

Win­ter­schluß­ver­lauf

Es mag et­was ver­früht sein, aber ich ha­be so­eben so­zu­sa­gen das Ge­gen­teil ei­nes Re­gen­tan­zes auf­ge­führt, in­dem ich mein ge­hei­lig­tes Früh­jahrs-Ri­tu­al ab­sol­vier­te, sprich den Dach­bo­den auf­sperr­te (auf­sporr, auf­spurr?), Lat­ten­plat­ten, Ti­sche und Stüh­le her­un­ter­trug und da­mit die bei­den Bal­ko­ne mö­blier­te, auf daß sie wie­der so ein­la­dend aus­sä­hen wie da­mals im Herbst. OK, es wird noch ein biß­chen dau­ern bis zum er­sten Früh­stück auf dem Ost­bal­kon, vom Abend­cock­tail auf dem West­bal­kon nicht zu re­den, aber im­mer­hin, der An­blick durch die Glas­tü­ren al­lein macht schon un­bän­dig Freu­de. Leu­te, es geht ’naus­wärts!

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Ro­bu­ster Re­chen­knecht

Wie­der ein­mal hät­te ich was zu ver­schen­ken, und zwar ei­nen Mar­ken-PC vom Typ Fu­ji­tsu Sie­mens Xpert (900 MHz / 320 MB / 20 GB). Ich ha­be das als Not­fall­re­ser­ve bis da­to un­ge­nutzt im Schrank ste­hen­de Ge­rät sei­ner­zeit nach Über­nah­me von ei­nem freund­li­chen Nach­barn in stun­den­lan­ger Ar­beit to­tal­zer­legt, gründ­lichst ge­rei­nigt und ent­niko­tin­i­siert. Über­dies ha­be ich den lär­men­den Lüf­ter des AMD-Pro­zes­sors (ei­nen elen­den Ra­dau­bru­der) durch ei­nen frisch ge­kauf­ten und an­ge­nehm lei­sen Pa­bst-Ven­ti­la­tor er­setzt. Der so­fort be­triebs­be­rei­te Rech­ner kommt mit Ta­sta­tur (Cher­ry), op­ti­scher Maus (Mi­cro­soft), ei­nem Pär­chen Ak­tiv-Laut­spre­cher (Logic3) und ei­ner le­ga­len Win­dows XP-In­stal­la­ti­on auf der Fest­plat­te. Sämt­li­che Ge­rä­te­trei­ber für die In­ne­rei­en so­wie den in­ter­nen CD-Bren­ner (Mit­su­mi) sind sau­ber in­stal­liert und zu­sätz­lich noch in ei­nem se­pa­ra­ten Ord­ner ge­si­chert. Für vie­ler­lei Zwecke taugt so ei­ne Ki­ste auch heu­te noch, zu­mal die Hard­ware sehr so­li­de ge­baut ist. Ein RAM-Do­ping mit bil­li­gen Spei­cher­rie­geln wür­de für we­nig Geld noch­mal ei­ne spür­ba­re Lei­stungs­stei­ge­rung be­wir­ken...

In­ter­es­sier­te Selbst­ab­ho­ler mel­den sich bit­te per Mail !

 
Nach­trag vom 28. Okt. 2008:

Der PC ist ver­ge­ben, wei­te­re An­fra­gen sind da­her ver­ge­bens.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Abend­essen

zwei (mittlerweile verdaute) junge Parasolpilze
Dienstag, 16. September 2008

Man­che mögen’s heiß...

...aber der hier tut nur so. Al­ter An­ge­ber!

Freitag, 5. September 2008

Schnit­zel­jagd

Als tech­no­phi­ler Bast­ler, Tüft­ler und mu­sea­ler Be­wah­rer tust Du Dich oft schwer, Dich von Dei­nen hi­sto­ri­schen Hab­se­lig­kei­ten zu tren­nen, und auch die vom Floh­markt aus Igno­ran­ten­hand ge­ret­te­ten Ge­rät­schaf­ten sind Dir meist schnell ans Herz ge­wach­sen. Mehr als die ei­ne gut er­hal­te­ne Ton­band­ma­schi­ne ‑spät er­füll­ter Traum aus ju­ve­ni­len Jah­ren- brauchst aber selbst Du im Di­gi­tal­zeit­al­ter nicht wirk­lich, des­halb hat­test Du in den Wei­ten des In­ter­nets ein gu­tes neu­es Herr­chen für sie ge­sucht. Und als der vir­tu­el­le Auk­ti­ons­ham­mer dann end­lich ge­fal­len war, bist Du er­freut und er­leich­tert ge­we­sen, ließ doch der Zu­schlags­preis den ech­ten Lieb­ha­ber hin­ter dem statt­li­chen Ge­bot er­ah­nen...

Und der ist wie Du von der schnel­len Trup­pe: Bin­nen Ta­ges­frist ist das Geld auf Dei­nem Kon­to ein­ge­gan­gen, und statt wie er­hofft über’s Wo­chen­en­de Zeit zum sorg­fäl­ti­gen Ver­packen des schwe­ren Ap­pa­ra­tes zu ha­ben, siehst Du Dich jetzt in Dei­ner Ehr­pus­se­lig­keit ver­pflich­tet, das Ge­rät noch an heu­ti­gen Frei­tag Nach­mit­tag zur Post zu schaf­fen. Na gut, denkst Du Dir, das soll­te zu schaf­fen sein, den pas­sen­den Kar­ton hast Du ja schon längst or­ga­ni­siert und oben auf dem Dach­bo­den müß­ten noch zwei gel­be Säcke mit gut ab­ge­la­ger­ten Sty­ro­por­schnit­zeln in der Ecke ste­hen.

In der schwü­len Hit­ze des Spei­cher­ab­tei­les fin­dest Du ver­gil­ben­de Steu­er­erklä­run­gen und lee­re Mar­me­la­den­glä­ser, al­lein die ver­ma­le­dei­ten Sty­ro­por­chips sind nicht auf­zu­trei­ben. Lang­sam däm­mert es Dir, daß Du die schon vor Mo­na­ten bei ei­nem Dei­ner letz­ten Deals auf­ge­braucht und Dich seit­her nicht um Er­satz ge­küm­mert hat­test. Mist. Was tun? Zer­knüll­tes Zei­tungs­pa­pier ist kei­ne Lö­sung bei La­de­gut jen­seits der 15-Ki­lo-Gren­ze, stau­ben­de Holz­wol­le wä­re Gift für das fei­ne Ge­rät, mal ganz da­von ab­ge­se­hen, daß da­von längst auch nichts mehr da wä­re. Es hilft nichts, es müs­sen Sty­ro­por­chips sein. Aber wo­her neh­men?

Da kommt Dir der er­lö­sen­de Ge­dan­ke: Im Re­cy­cling­hof am Ran­de der Stadt hast Du vor Jah­ren schon ein­mal nach die­sen Din­gern ge­fragt, und der freund­li­che Mann in der Latz­ho­se hat Dich sei­ner­zeit nach Gu­sto zu­grei­fen las­sen. War­um soll­te das nicht auf’s Neue funk­tio­nie­ren? Du schielst nach der Uhr: Mit­tag ist schon durch, es geht auf zwei Uhr zu, müß­te hin­hau­en. Al­so zum mo­to­ri­sier­ten Un­ter­satz hin­un­ter­ge­rannt und los­ge­braust...

Der Re­cy­cling­hof er­weist sich als noch am frü­he­ren Ort vor­han­den, sein Tor in­des­sen als ge­schlos­sen: Frei­tags ist hier schon um ein Uhr nach­mit­tags Fei­er­abend. Ver­flixt! Wo kannst Du jetzt noch hin, in die Nach­bar­stadt viel­leicht? Da wüß­test Du nicht mal die ein­schlä­gi­gen Adres­sen, und die Zeit ar­bei­tet in je­dem Fal­le ge­gen Dich. Hm. Er­for­dern nicht be­son­de­re Si­tua­tio­nen zu­wei­len be­son­de­re Maß­nah­men? Du könn­test Dich ja zur Not aus­nahms­wei­se selbst be­die­nen, oder? Du wür­dest nie­man­dem et­was weg­neh­men, kei­ner kä­me zu Scha­den und ein er­neu­ter Ein­satz von Füll­ma­te­ri­al ist al­le­mal um­welt­freund­li­cher als sei­ne noch so vor­schrifts­mä­ßi­ge Ent­sor­gung! He­he.

Du schaust Dich in al­le Rich­tun­gen um und peilst dann durch ei­nen Schlitz in der aus gro­ben Holz­boh­len er­rich­te­ten Um­zäu­nung: Tat­säch­lich, da­hin­ten ste­hen die Be­häl­ter mit den sor­ten­rein ge­trenn­ten Kunst­stof­fen! Und wenn man sich so die gan­zen Spu­ren und Ab­drücke an der Um­frie­dung an­schaut, dann wä­rest Du bei­lei­be nicht der Er­ste, der hier hin­über­ge­klet­tert ist. Und die an­de­ren ver­folg­ten mut­maß­lich weit we­ni­ger heh­re Zie­le...

Zwar bist Du nie der Sport­lich­ste ge­we­sen, aber der Ad­re­na­lin­schub des schlech­ten Ge­wis­sens und die Angst vor Ent­deckung stei­gern die Mus­kel­lei­stung spür­bar, men­ta­les Do­ping so­zu­sa­gen. Drü­ben halb­wegs ele­gant ge­lan­det, si­cherst Du nach al­len Sei­ten, be­vor Du in die of­fe­ne Hal­le sprin­test. Und plötz­lich wähnst Du Dich am Ziel: Vor Dir hängt in ei­nem stüt­zen­den Ei­sen­ge­stell ein rie­si­ger Sack aus dicker Pla­stik­fo­lie, zu zwei Drit­tel ge­füllt mit den er­sehn­ten Sty­ro-Flocken: Hur­ra!

Du ziehst die zwei mit­ge­brach­ten Müll­beu­tel aus den Ho­sen­ta­schen und über­legst, wie Du die denn nun am schnell­sten voll­kriegst. Ei­ne Schip­pe oder sonst et­was Ge­eig­ne­tes ist nicht in Sicht, dar­um ver­suchst Du so­gleich, die fe­der­leich­ten Schnip­sel­din­ger mit blo­ßen Hän­den in Dei­ne Beu­tel zu stop­fen. Aber die las­sen sich nicht so mir nichts, Dir nichts um­sacken: Im Nu ha­ben sie sich elek­tro­sta­tisch auf­ge­la­den und »kle­ben« jetzt an ih­ren Kum­pels, an ih­rem gro­ßen Sack, an Dei­nen lä­cher­li­chen Tü­ten und mitt­ler­wei­le auch an Dei­nen Ar­men und auf Dei­nem T‑Shirt. Und je mehr Du zap­pelst und stram­pelst und fluchst, de­sto schlim­mer wird das Spiel: Du kriegst die Chips nicht in nen­nens­wer­ten Men­gen zu fas­sen, und je är­ger Du Dich an­strengst, de­sto mehr von ih­nen haf­ten an Dir und sonst­wor­an.

Nach zwei Mi­nu­ten he­ro­isch ge­führ­ten Kamp­fes mit der Tücke der Ob­jek­te siehst Du end­lich ein, daß das so de­fi­ni­tiv nichts wer­den kann. Es bleibt als Aus­weg nur die Flucht nach vorn: Du mußt den gan­zen Be­stand in sei­nem rie­si­gen Auf­fang­sack mit­neh­men, sonst stehst Du am Mon­tag­mor­gen noch hier und bist bis da­hin er­stens wahn­sin­nig und zwei­tens so sty­ro­por-weiß wie ein Schnee­mann. Ge­sagt, ge­tan: Du rollst den Rand des ge­ra­de­zu un­heim­lich gro­ßen Fo­li­en­sackes über das Hal­te­ge­stell, drehst ihn zu und ziehst den fast manns­ho­hen »Bal­lon« nach oben aus sei­ner Fi­xie­rung...

Na groß­ar­tig, denkst Du Dir, jetzt fehlt Dir nur noch ei­ne schwar­ze Au­gen­maske, dann sä­hest Du aus wie ei­ner der Pan­zer­knacker aus den Do­nald-Duck-Heft­chen. Har, har, har! Oder auch ho, ho, ho, denn mit dem dicken Sack auf dem Rücken gä­best Du auch ei­ne gu­te Ka­ri­ka­tur ei­nes US-ame­ri­ka­ni­schen Weih­nachts­man­nes ab! Doch auch oh­ne San­ta Clau­sens dich­ten Bart und dicken Pelz­man­tel rinnt Dir der Schweiß mitt­ler­wei­le aus al­len Po­ren...

Du lugst ver­stoh­len von in­nen über die Boh­len­wand und peilst die La­ge: rechts ist nie­mand, von links kommt kei­ner. Al­so ab durch die Mit­te bzw. erst­mal er­neut über die Wand ge­klet­tert und mit dem Rie­sen­beu­tel hin­ab­ge­sprun­gen. Schnell zum Wa­gen ge­ha­stet und die Heck­klap­pe auf­ge­fin­gert. Rein mit dem Sack, zum Hen­ker, war­um sperrt der sich so da­ge­gen? Es hilft nichts, der ku­gel­run­de Pla­stik­beu­tel ist zwar nicht schwer, aber aus­la­dend, sein Durch­mes­ser deut­lich grö­ßer als der von Dei­nes Au­tos La­de­öff­nung. Herr­schafts­zei­ten!

Ner­vö­ses Stop­fen und Tre­ten hilft nicht wei­ter, mit for­scher Ge­walt­an­wen­dung bringst Du die pral­le Fo­li­en­bla­se nur zum Plat­zen und dann er­gießt sich der Se­gen weit­hin sicht­bar über die Land­schaft, mit Dir als dem Übel­tä­ter mit­ten­drin. Al­so tief Luft ge­holt, den Sack noch­mal ganz her­aus­ge­zo­gen und mit sanf­tem Tät­scheln links und rechts lang­sam in die rich­ti­ge Wurst­form ge­klopft. Nach ei­ner quä­lend lan­gen Mi­nu­te ist er end­lich drin. Klap­pe zu, hinter’s Steu­er ge­hech­tet und den Mo­tor an­ge­las­sen. Am Rücken bist Du längst pitsch­naß.

Der re­flex­haf­te Blick in den Rück­spie­gel zeigt nicht die ge­wohn­te Aus­sicht durch die Heck­schei­be, son­dern en­det nach ei­nem gu­ten Me­ter am so­eben hin­ten rein­ge­stopf­ten Beu­te­gut. Na schön, dann muß man halt mit den Au­ßen­spie­geln ma­nö­vrie­ren. Aber be­wegt sich da nicht et­was im lin­ken? Der Blick trügt nicht, es naht ein an­de­res Au­to. Ver­flucht noch­mal, was will der denn hier um die­se Zeit?

Ir­gend­wie kriegst Du die Kur­ve ge­kratzt und schaffst um ei­ne al­te La­ger­hal­le her­um den Ab­gang, oh­ne daß Dir der an­de­re Wa­gen zu na­he ge­kom­men wä­re. Jetzt aber flott wie­der nach Hau­se! Im Fond hin­ter Dir klop­fen an die 20.000 ent­führ­te Weich­schaum­schnip­sel um Hil­fe ru­fend an die Sei­ten­schei­ben und ver­su­chen stumm schrei­end, Pas­san­ten auf sich auf­merk­sam zu ma­chen. So hal­tet doch end­lich die Klap­pe! Schließ­lich fährst Du schnei­dig brem­send vor Dei­ner Haus­tür vor.

Der Sack wirkt auf den er­sten Blick jetzt et­was fla­cher. Kein Wun­der, durch die Er­schüt­te­run­gen der Fahrt hat er sich dem In­nen­raum Dei­nes Ve­hi­kels gut an­ge­paßt und mag ihn frei­wil­lig nicht mehr ver­las­sen. Du fluchst lei­se und zerrst ze­ternd an dem dum­men Ding, bis Du es end­lich halb­wegs heil her­aus­ope­riert hast. Au­to­klap­pe zu und nun aber schnell ins Haus und weg aus der Öf­fent­lich­keit!

Von we­gen: Prall und ku­gel­rund wie der Sack mitt­ler­wei­le wie­der ge­wor­den ist, paßt er na­tür­lich auch nicht ein­fach so durch die Haus­tür! Lei­se wim­mernd mußt Du ihn ein wei­te­res Mal mas­sie­ren, bis er sich end­lich in den Haus­flur schie­ben läßt. Ir­gend­wie ge­lingt es Dir, ihn dann noch drei Stock­wer­ke nach oben zu ba­lan­cie­ren, oh­ne ir­gend­wel­che Pflan­zen um­zu­kip­pen oder son­sti­ge Ka­ta­stro­phen an­zu­rich­ten. Ge­schafft! Jetzt als al­ler­er­stes schnell un­ter die Du­sche ge­sprun­gen um Schweiß und Schuld­ge­füh­le ab­zu­wa­schen...

Frisch duf­tend fühlst Du dich schon wie­der deut­lich woh­ler. Bin­nen ei­ner knap­pen Vier­tel­stun­de ist die fei­ne Ton­band­ma­schi­ne be­stens ver­packt und reich­lich ge­gen jeg­li­che Trans­port­fähr­nis­se ab­ge­fe­dert. Es geht doch nichts über die fle­xi­blen Sty­ro­por­schnit­zel, denkst Du dir, und in den näch­sten paar Jah­ren brauchst Du Dir auch kei­ner­lei Sor­gen um Nach­schub zu ma­chen. Mit ge­üb­ter Hand läßt Du den Kle­be­band-Ab­rol­ler um das Pa­ket sau­sen, si­cher­heits­hal­ber noch ein zwei­tes Mal um sämt­li­che Fal­ze. Dann flugs die Pa­ket­kar­te aus­ge­füllt und run­ter mit der Ki­ste zum Au­to. Na al­so, es wird doch!

Ge­las­sen fährst Du an der Post­agen­tur vor, es ist noch ei­ne gu­te Stun­de bis zum La­den­schluß. Du wuch­test den schwe­ren Klotz auf die Waa­ge, schä­kerst noch ein biß­chen mit der Stem­pel­schwin­ge­rin und fragst sie ver­wun­dert, war­um wohl heu­te so we­nig an­de­re Pa­ke­te auf der Roll­pa­let­te stün­den. Weil das Pa­ket­au­to heu­te schon durch ist, sagt sie zu Dei­nem jä­hen Ent­set­zen. Un­ter dem scha­den­froh-höh­ni­schen Ge­läch­ter der auf­ge­sta­pel­ten Te­le­fon­bü­cher schleichst Du Dich aus dem Schal­ter­raum und aus der Af­fä­re...

Sonntag, 31. August 2008

Drucker sucht Drucker(in)

Mag je­mand da drau­ßen mei­nen be­tag­ten, je­doch ta­del­lo­sen HP DeskJet 690C für lau ha­ben? Der un­ver­gilb­te Tin­ten­strahl-Klas­si­ker wur­de von mir frisch ge­schmiert (die Ach­se des Kopf­schlit­tens) und ein­bal­sa­miert (die Gum­mi­rol­len des Pa­pier­trans­por­tes) und kommt mit je zwei zu­sätz­li­chen, noch ein­ge­schweiß­ten und ver­sie­gel­ten Ori­gi­nal-Druck­pa­tro­nen der Ty­pen 29 (Schwarz) und 49 (Far­be):

HP DeskJet 690C mit Zubehör

Als Drein­ga­be gibt’s ne­ben dem Par­al­lel-An­schluß­ka­bel noch ei­ne Um­schalt­box zum Be­trei­ben ei­nes zwei­ten Prin­ters am glei­chen PC oh­ne lä­sti­ges Um­stöp­seln. Die gro­ße Ki­ste mit al­len im Bild ge­zeig­ten Tei­len geht an den oder die er­ste, die sie bei mir in der Für­ther Süd­stadt ab­zu­ho­len be­reit ist...

 
Nach­trag vom 3. Sep. 2008:

Der Drucker druckt jetzt in der Nach­bar­schaft.

Sonntag, 17. August 2008

Ur­laubs­ver­tre­tung

selbstgebastelte, autonome Schrebergarten-Bewässerungsanlage
 
selbstgebastelte, autonome Schrebergarten-Bewässerungsanlage
 
selbstgebastelte, autonome Schrebergarten-Bewässerungsanlage
 
selbstgebastelte, autonome Schrebergarten-Bewässerungsanlage
Freitag, 4. Juli 2008

Fla­schen­post

Ein han­dels­üb­li­cher zone­batt­ler wird ge­mein­hin über­wie­gend mit Für­ther Lei­tungs­was­ser be­trie­ben, doch hält der Un­ter­zeich­nen­de für Son­der­zwecke (dräu­en­de Be­su­che, all­fäl­li­ge Aus­flü­ge) auch ab­ge­pack­tes Mi­ne­ral­was­ser in gro­ßen PET-Fla­schen von 1,5 Li­tern In­halt vor. Die­se wie­der­um schleppt er aus der ihm nächst­ge­le­ge­nen Quel­le, sprich aus dem ALDI um die Ecke, im Schwei­ße sei­nes An­ge­sich­tes sech­ser­pack­wei­se stol­ze 68 Stu­fen hoch in sei­nen (Alt-)Bau. Da­bei ist ihm auf­ge­fal­len, daß es so­gar bei der glei­chen Mar­ke und vom glei­chen Ab­fül­ler (min­de­stens) zwei un­ter­schied­li­che Fla­schen­for­men gibt:

Altmühltaler Mineralwasser von ALDI

Was mag da nun wohl wie­der da­hin­ter­stecken? Des De­si­gners rast­lo­ses Stre­ben nach äs­the­ti­scher Voll­endung? Der For­men­bau­er nim­mer­mü­de Su­che nach dem letz­ten ein­ge­spar­ten (Material-)Cent? Des Er­go­no­men ste­tes Trach­ten nach der best­mög­lich aus­ba­lan­cier­ten Grif­fig­keit? Oder ma­ni­fe­stiert sich gar im fre­chen For­men­wan­del (Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker auf­ge­paßt!) des Dis­coun­ters kaum ver­hoh­le­ner Griff zur mer­kan­ti­len Welt­herr­schaft? Was mei­nen mei­ne Le­se­rIn­nen?

Montag, 30. Juni 2008

Um­welt­bi­lanz

Im 1. Halb­jahr 2008, al­so seit Neu­jahr bis heu­te, ha­be ich mit mei­ner Renn­gur­ke ins­ge­samt 4x ei­ne Tank­stel­le an­ge­steu­ert und da­bei in to­to 102,6 Li­ter Ben­zin ge­faßt, Ko­sten­punkt EUR 144,62. [1] Ge­fah­ren wur­den da­mit im Be­richts­zeit­raum gan­ze 1151,9 km. [2]. So­weit, so we­nig, so gut. Geht oh­ne wei­te­res zu ma­chen [3].

 
[1] Zum An­stel­len von über­schlä­gi­gen Plau­si­bi­li­täts­rech­nun­gen tau­gen die ab­so­lut kor­rek­ten An­ga­ben nicht wirk­lich, da mei­ne Tank­in­ter­val­le recht üp­pig aus­fal­len: Die Fül­lung vom 7. Okt. 2007 reich­te bei­spiels­wei­se bis zum 20. Jan. 2008!

[2] Und das, oh­ne sich die ge­ring­sten Mo­bi­li­täts­be­schrän­kun­gen auf­zu­er­le­gen: Wer wie ich zen­trums­nah in der Stadt wohnt, kann (fast) al­le Be­sor­gun­gen zu Fuß er­le­di­gen. Wer oben­drein die Ar­beits­stel­le kom­mod per ÖPNV oder gar gleich­falls per pe­des zu er­rei­chen ver­mag, kann sich den Kraft­wa­gen als Lu­xus für ge­le­gent­li­che Aus­flü­ge am Wo­chen­en­de hal­ten.

[3] Wer meint, gleich­wohl mög­lichst weit hin­aus auf’s Land und weg von Ar­beits­platz und Frei­zeit­an­ge­bo­ten zie­hen zu müs­sen, mag das mei­net­hal­ben tun, soll­te aber jeg­li­che mo­ne­tä­ren Kon­se­quen­zen selbst tra­gen müs­sen. Es ist nicht ein­zu­se­hen, daß der Staat der­lei Ver­hal­ten so­gar noch per Pend­ler­pau­scha­le etc. von den Steu­ern (auch der um­welt­be­wußt han­deln­den Bür­ge­rIn­nen) sub­ven­tio­nie­ren soll.

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